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... die Probleme sind vielfältig -
        aber für jedes Problem gäbe es eine Lösung!
Wenn man es denn lösen möchte!

Biene holt Nektar
Es geht an dieser Stelle nicht nur um die Bienen - aber auch! Das Bundesumweltministerium (relativ unverdächtig) teile uns 2017 mit, dass sich seit 1982 der Bestand der Insekten um ca. 80 % verringert hat. Und das hat Folgen!
Die Nahrungsquelle für Vögel und Fledermäuse versiegt und damit auch die Population dieser Tiere. Der Nahrungspyramide folgend sind dann auch die Raubvögel betroffen.
Die Bestäubungsleistung, die vor allem von den Bienen vollbracht wird, bricht ein und der volkswirtschaftliche Schaden daraus geht weltweit in die Milliarden.
Und last but not least geht uns die Biodiversität verloren und mit ihr die Freude an der Vielfältigkeit unserer Natur. Schmetterlinge, Marienkäfer, viele Nützlinge werden uns fehlen. Zugegeben, ich mag Stechmücken auch nicht - aber der Preis ist entschieden zu hoch!

Nun, zurück zu den Bienen. Woran liegt's?

Übersicht nach oben
Problemfeld Übersicht
Landwirtschaft und Unkrautvernichter. Die Unkrautvernichter (Herbizide, Fungizide), die allen Unterwuchs in den Ertragsfeldern entfernen, nehmen vielen Insekten und auch den Bienen eine Nahrungsgrundlage.
Wo gibt's noch Kornblumen und Mohn in Getreidefeldern? In Maisfeldern lebt nichts mehr.
Landwirtschaft und Insektizide. Insektizide sollen Schädlinge von Saatgut und Ertragspflanzen fern halten. Leider vernichten sie dabei auch alle anderen unbeteiligten und unschuldigen Lebewesen. Raps und Obst wird so oft gespritzt wie keine anderen Ertragspflanzen.
Landwirtschaft und Monokultur. Die Biogas-Anlagen haben diesen Trend auf die Spitze getrieben. Viele hektargroße grüne und gelbe Wüsten 'verwüsten' unsere Landschaft.
Für Bienen auf dem Land heißt das, im Frühjahr gibt's Raps mit Spritzmittel, dann gibt's erstmal lange Zeit nichts mehr und im Spätsommer gibt's noch Pollen vom Mais, eine recht einseitige Ernährung für die nachwachsende Winterbienenbrut.
Haus- und Kleingärtner und Pestizide aller Art. Haus- und Kleingärtner sind vor allem in den Städten mit der Insekten- und Unkrautvernichtung beschäftigt. Über 500 Tonnen giftiger Spritzmittel pro Jahr verteilen sie auf Beeten und streng verbotenerweise auch auf Wegen, Terrassen, Einfahrten usw. Da darf keine Blattlaus dem Marienkäfer als Nahrung dienen und kein Unkräutchen zwischen den Pflastersteinen sprießen.
Landwirtschaft, Haus- und Kleingärtner und Wasser. Ein einziges Bienenvolk benötigt im Sommer pro Tag ¼ bis ½ Liter Wasser zur Klimaregulierung im Bienenstock und zur Futteraufbereitung für die Bienenbrut. Wo holen die Bienen Wasser?
Z.B. von Tautropfen an Pflanzen oder von feuchter/nasser Erde oder, wenn vorhanden, an natürlichen Wasserstellen.

Tautropfen entstehen häufig als Guttationswasser, d.h. Pflanzen nehmen auch Nachts über ihr Wurzelwerk Wasser aus der Erde auf, das aber in der kühlen Nachtluft über die Blätter nicht verdunsten kann, es bilden sich Tautropfen, die all die Giftstoffe enthalten, die tagsüber ausgebracht wurden.
Dasselbe gilt für feuchte/nasse Erde, wobei hier noch die ebenfalls giftigen Saatgutbeizmittel dazu kommen.
So wird die Bienenbrut schon vergiftet bevor sie das Licht des Lebens erreicht.
Bienenschädling, Varroa-Milbe. Es gibt leider keine varroafreien Bienenvölker mehr. Die Milbe schwächt die Völker, denen dann durch weitere Schadstoffquellen der Garaus gemacht wird. Ein guter Imker hat jedoch die Milbe einigermaßen im Griff und kann damit umgehen.
Bienenhalter. Imkern ist der neue Trend! Leider nicht immer zum Wohl der Bienen. "Bienen halten kann jeder" suggeriert das Internet und einige recht ominöse Anbieter von ach so neuen Beutensystemen und anderen Erfindungen, bei denen es in erster Linie um den Profit der Verkäufer geht.
Leider können neue Bienenhalter oft nicht einschätzen, ob die Angebote tatsächlich sinnvoll für eine artgerechte Bienenhaltung sind.

Bienen halten kann eben nicht jeder! Ein Verständnis für Bienen, Wissen über deren Lebenszyklus, über notwendige Eingriffe und Arbeitsschritte, über Bienenkrankheiten u.v.m. sind dafür nötig.
Die Bienenhaltung ist ein Teil der Tierhaltung und unterliegt den Tierschutzgesetzen, sie ist ein Teil der Landwirtschaft und erfordert entsprechende Kenntnisse.

Im Folgenden sollen diese Ursachen und Zusammenhänge etwas deutlicher betrachtet werden.



Landwirtschaft nach oben
Arme Landwirtschaft, arme Bauern - ich möchte nicht in eurer Haut stecken. Ihr sitzt zwischen allen Stühlen:
  • zwischen Lebensmittelerzeuger und Agrarchemie,
  • zwischen Umweltschutz und Ertragmaximierung,
  • zwischen Voll- und Nebenerwerb,
  • zwischen Subventionen und Selbstbestimmung,
  • zwischen Wachsen oder Weichen.
Und es gibt noch viel mehr Stühle.
weg
Die Geschichte eines Landwirtes mit mittlerer Hofgröße, die sich tatsächlich so ähnlich zugetragen hat:
Der Vollerwerbs-Landwirt, der mit einigen Milchkühen und sonstigen Einnahmen einigermaßen über die Runden kam, benötigte ein Darlehen in der Höhe von einigen tausend Euro, um notwendige Ersatzbeschaffungen und Modernisierungen für seinen Hof durchführen zu können. Die Bank verweigerte ihm das Darlehen, da ihr der erwirtschaftete Erlös des Hofes zu gering erschien.
Gleichzeitig machte die Bank dem Landwirt aber das Angebot, seinen Kuhstall rundum auf eine moderne Milchviehhaltung umzubauen und, damit einhergehend, deutlich mehr Kühe zu halten. Das dafür nötige sehr hohe Darlehen von einigen zehntausend Euro würde sie ihm genehmigen, da er über die Milch ein deutlich höheres Einkommen erzielen und auch mehr Subventionen bekommen und damit kreditwürdiger sein würde. Der Bauer ging darauf ein und verschuldete sich immens.

Nur wenige Jahre später wurde die Milchquotenregelung aufgehoben, der Milchpreis sank deutlich und er konnte seine Schulden kaum noch tilgen. Ihm ging und geht es viel schlechter als vorher.


In obigem Beispiel ließen sich die Kühe beliebig durch Schweine oder Geflügel ersetzen, die Problematik wäre dieselbe. Und auch bei der Größe der Ackerflächen in der Feldwirtschaft für Getreide u.ä. verhält es sich nicht anders.
Kleine und mittlere Betriebe verpachten vielfach ihre Flächen an die Großen, da die Bewirtschaftung nicht genug Ertrag abwirft
Vor allem die großen und supergroßen Betriebe betreiben aber auf dem Rücken der Kleineren eine Form von industrialisierter Landwirtschaft, die nicht nur unsere Umwelt massiv schädigt, sondern auch einen Lebensmittelskandal nach dem anderen produziert.
Zusätzlich legen die Großen auch die Erzeugerpreise fest, indem sie sich z.B. mit den Supermarktketten auf Tiefstpreise einigen, mit denen kleinere Betriebe nicht mehr mithalten können.
Die Politik, egal ob national oder EU, und die Verbände unterstützen genau diese Form der Landwirtschaft!       → Wachsen oder weichen ←
Und viele kleine und mittlere Betriebe versuchen aber verzweifelt mitzuhalten. Sie wollen nicht wahrhaben, wohin diese Reise geht.
Nicht nur unsere Bienen bleiben dabei auf der Strecke!
So gut wie alle Tiere, die z.B. das Wort 'Feld' in ihrem Namen führen (Feldlerche, Feldgrashüpfer, Feldhamster, Feldmaus, ...), stehen mittlerweile auf der roten Liste sind in weiten Regionen vom Aussterben bedroht oder existieren bereits nicht mehr.

Bayer, Monsanto, ... Glyphosat, Neonicotinoide, ...
Allein zwischen 2005 und 2014 ist die Anzahl der gefundenen Wirkstoff von Pflanzenschutzmittel in Pollen von 258 auf 401 gestiegen, die allermeisten davon giftig! Mit diesen Pollen werden die jungen Bienenlarven aufgezogen.
(Quelle: Laves Institut für Bienenkunde Celle, Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Niedersachsen)
Liebe Landwirte:
Augen zu, Kopf in den Sand? - Das hilft Euch nicht weiter.
Die Landwirtschaft hat ein tiefgreifendes strukturelles Problem
und wir, bzw. unsere Bienen, sollen das ausbaden?
NEIN!
Weder wir noch die Bienen oder andere Insekten, Vögel usw. sind für dieses Subventionschaos und für das gegenseitige Hauen und Stechen zwischen der Landwirten verantwortlich!
Wir wehren uns für die Bienen und für unsere Gesundheit!




weg




Varroa-Milbe nach oben
Die aus Asien stammende Varroa-Milbe wurde in den 1980er Jahren bei Kreuzungsversuchen zwischen der europäischen und der asiatischen Biene nach Europa eingeschleppt und hat sich bis heute in ganz Europa verbreitet. Es gibt praktisch kein Bienenvolk mehr, das varroafrei wäre.
Die erwachsene Milbe sitzt auf den Bienen und sticht sie mit ihrem Rüssel an um an die Hämolymphe (Bienenblut) zu kommen. Dabei werden Bienen mit verschiedenen Viren infiziert, für die die Milbe der Überträger ist.
weg
weg Die Milben vermehren sich in den Brutzellen der Bienen und sind ständig auf der Suche nach offenen Brutzellen, die kurz vor der Verdeckelung stehen. In diese Zellen kriecht sie und lässt sich von den Bienen verdeckeln. jetzt hat sie 11 Tage Zeit, sich in der verschlossenen Zelle zu vermehren.
Die in der Zelle heranwachsende Bienen-Puppe wird dabei als Nahrungsquelle für die Milbe und ihren Nachwuchs missbraucht. Die jungen Bienen, die uas solchen Zellen schlüpfen, falls sie das überleben, sind mitunter stank geschädigt (verkrüppelt, flugunfähig, ...).
weg Links: Varroa-Milben auf einer Bienenpuppe

Rechts: Eine vom DWV (deformed wing virus) befallene und geschädigte Biene, Überträger ist die Varroa-Milbe.
weg
Was können Imker tun?
Ansatz Übersicht
Die Bienen werden das schon selbst regeln. Das ist ganz sicher die schlechteste aller Möglichkeiten!
Während die asiatische Biene relativ gut mit der Milbe zurechtkommt: Wenn es ihr zu viel wird, schmeißt sie die Milbe raus, ist die Varroa für die meisten unserer Bienen ein unbekannter Gast. Sie wehren sich fast nicht dagegen, weil sie die Milbe nicht als Schädlich (er-)kennen.

Ein sich selbst überlassenen Volk, dass sich z.B. als Schwarm irgendwo niederlässt oder eingefangen wird, wird den ersten Winter vielleicht noch überleben, das zweite Jahr jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
Toleranzzucht Die (Bienen-)Königinnen-Zucht ist generell ein eigenes Kapitel. Sie dauert viele Königinnen-Generationen und erfordert sehr hohes Fachwissen und Erfahrung.
Die Varroa-Toleranzzucht ist ein Zweig der vielfältigen Zucht-Bemühungen und versucht, den Bienen ein Hygieneverhalten anzuerziehen, durch das sie mit Milben 'verunreinigte' Brutzellen ausräumen.
So soll es gelingen, einigermaßen varroafreie Bienenvölker zu bekommen.
Die Ergebnisse nach ca. 15 Jahren sind immer noch bescheiden. Zwar gelingt es, ab und zu einige Völker mit einem entsprechenden Hygieneverhalten zu bekommen, der Effekt verliert sich jedoch immer wieder bei Nachzuchten dieser Völker.
Näheres dazu siehe Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT)
Was benötigt ein 'normaler' Imker? Ein verantwortungsbewusster Imker, der seine Völker tierschutzgerecht gesund erhalten möchte benötigt:
  • Das nötige Fachwissen darüber, wie der Befallsgrad festzustellen und ob eine Behandlung nötig ist.
  • Das nötige Fachwissen darüber, wie die Milbe zu bekämpfen ist.
  • Beuten (Bienenstöcke), die eine effektive Behandlung möglich machen. Leider werden im Internet immer wieder für teures Geld völlig ungeeignete Beuten (Bienenkisten) angeboten, mit denen dies nicht oder nur schwer durchzuführen ist.
  • Das nötige Fachwissen darüber, welche Mittel gesetzlich zugelassen sind, wie und wann sie eingesetzt werden dürfen.
  • Das nötige Fachwissen darüber, mit welchem Mittel wann und wie zu behandeln ist und welche Methode zu welcher Zeit die bienenschonendste ist.
  • usw.
Man kann dieser unvollständigen Auflistung sicher schon entnehmen, das diverse Aussagen von dubiosen Internet-Beuten- und Wundermittel-Anbieter, wie: 'Das könne doch jeder', 'das ist ganz einfach' etc., nicht nur unlauter sind, sondern unsere Bienen eher schädigen.
Welche Mittel wirken? Es würde diese Übersicht sprengen, wenn ich hier alle zugelassenen Behandlungsmittel mit ihren jeweiligen Wirk-Schwerpunkten aufzählen würde. Die meisten basieren auf organischen Säuren oder in der Natur vorkommenden Substanzen.
Eines jedoch haben alle Mittel gleichermaßen: Die Bienen mögen sie nicht und durch mache Mittel werden auch die Bienen geschädigt. Genau deswegen ist das nötige Fachwissen unabdingbar.




Imker / Bienenhalter nach oben
Es gibt durchaus sehr fachkundige Referenden in Imkerkreisen, die deutlich unterscheiden zwischen 'Bienenhaltern' und 'Imkern'. Bei Hundehaltern gibt's auch solche und solche, nur hat man dafür keine zwei unterschiedlichen Begriffe.

Die Imker gehörten jedenfalls im Mittelalter zu einem der am höchsten angehenden Berufsstände und haben sich insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert durch sehr viele Erfindungen und viel Forschungsarbeit dieses Renommee bis heute erhalten. Zahlreiche Forschungsinstitute an Universitäten und viele staatliche Einrichtungen zeugen davon.

Der Tierwirt, Fachrichtung Bienen, und die entsprechende Meisterausbildung geben diesem Handwerk auch heute noch den entsprechenden Rückhalt.

Die Aussage 'Bienenhalten kann doch jeder' disqualifiziert den Behaupter und damit auch alles, was er sonst noch dazu zu sagen hat.
Trotzdem, auch Imker machen Fehler, und leider führen auch die mitunter zu der in der nebenstehenden Grafik ausgedrückten Konsequenz.

Doch eins kann ich Ihnen versichern: 'Imker' versuchen so weit wie möglich Fehler zu vermeiden, sie informieren sich, bilden sich weiter um das aktuelle Wissen zu erfahren und tun alles, damit es den Bienen so gut wie möglich geht.
weg



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