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... sie sind unser Ein und Alles - ohne sie geht gar nichts!
        nicht nur bei uns - sondern überall auf der Welt!
Biene holt Pollen So kennen wir sie - hoffentlich!
Links, eine Biene sammelt Pollen, rechts, eine Biene sammelt Nektar.
Doch was sind Pollen und was machen die Bienen damit?
Und was ist der Nektar und warum sammeln die Bienen den?
Und überhaupt - welche Biene ist denn das? - Arbeiterbiene, Sammelbiene, Ammenbiene, Baubiene ...?
Biene holt Nektar
Eine Frage sollte jedoch ganz am Anfang stehen: was ist das Bienenwesen?
Wieso?
Naja - weil es eben gar nicht so klar ist, bzw. weil man das eben so oder so sehen kann.
Sieht man die einzelne Biene, dann ist sie ein Insekt wie viele andere auch. Sieht man jedoch das ganze Bienenvolk, dann stellt man fest, dass sich das eben auch wie ein eigenständiges Wesen betrachten lässt. Der Imker spricht überigens auch von dem 'Bien', wenn er sein Volk meint.

Die Biene als Insekt Der Bien als Organismus
Entsteht aus einem Ei, durchläuft ein Madenstadium und metamorphiert zum Fluginsekt. Entsteht durch Teilung (verlg. Zellteilung) eines vorhandenen Biens mittels Schwarmtrieb.
Kann als einzelnes Wesen nicht überleben. Überlebt nur als Teil des Ganzen. Lebt durch die Vielzahl seiner Mitglieder.
Hat als Insekt keine Möglichkeit der Wärmeregulierung. Hat im Innern, in der Brutnestgegend, die Temperatur von Warmblütlern (ca. 35°C), auch im Winter.
Kann Krankheiten kaum beeinflussen bzw. bekämpfen. Übersteht Krankheiten durch Erneuerung seiner Bestandteile.

Trotz dieser erstaunlichen Zusammenhänge wenden wir uns in den folgenden Beschreibungen zuerst der Biene als einzelnes Insekt zu.

Eine neue Biene entsteht!
Das Ei in der Zelle?      Eine Made? Igitt.      Die stolze Jungbiene ist da!
bestiftete Wabe Viele Geschichten beginnen so:
Am Anfang war das Ei!
Naja - oder doch die Biene?.
Jedenfalls entsteht letztendlich und heutzutage jede Biene aus einem Ei.
Und rechts? Klaut da einer ein Bienenei? - Was soll den das? ... dazu später mehr.
Imker beim Umlarven
Stellen wir uns die oben abgebildete Wabe mit den Eiern im Schnitt vor, dann sehen wir die in den aufgeschnittenen Zellen stehenden Eiern, in der Imkerfachsprache: die 'Stifte'. Der Imker spricht dementsprechend auch von einer 'bestifteten' Wabe.
Nun, wie kommen die Stifte da rein? - Na klar, irgendeine Biene legt halt Eier.
Ja schon - aber nicht irgendeine, sondern in jedem Bienenvolk ganz genau nur eine, nämlich die Königin, denn nur die kann normalerweise Eier legen. Aber auch dazu später mehr.
Bienenentwicklung_1-9 Jedes einzelne Wabenbildchen entspricht genau einen Tag; die obere Reihe entspricht somit genau drei Tage. In diesen drei Tagen passiert nicht viel, das an Amfang stehende Ei fällt langsam um - in der Tat - sonst nichts.
Am vierten Tag (zweite Reihe) kommt Bewegung in die Sache, da schlüpft aus dem Ei nämlich eine kleine Made.
Die Made liegt am Grund der Zelle und wird von den 'Ammenbienen' kräftig mit Futter versorgt. Dieses Futter erzeugen diese Bienen selbst und dazu benötigen Sie den Pollen (Blütenstaub, Bienenbrot).
Die Maden wachsen und haben bald keinen Platz mehr am Zellengrund. Sie krümmen sich und der Imker nennt sie in diesem Stadium deswegen auch Rundmaden.
Ab dem 10. Tag reicht der Platz auch für eine liegende Rundmade nicht mehr aus. Dank der guten Fütterung wird die Made dick und fett und damit sie überhaupt noch in die Zelle passt, fängt sie an, sich nach oben zu strecken. Und tatsächlich, der Imker sagt ab diesem Zeitpunkt auch 'Streckmade' zu dem kleinen Tier.
Gleichzeitig damit passieren weitere zwei Dinge:
Erstens, die Bienen machen einen Wachsdeckel auf die Zelle und schließen damit die Streckmade ein.
Zweitens, die Made spinnt sich ein und fängt an sich zu verwandeln (Metamorphose).
21! - bitte merken
Wer die Zellenbildchen gezählt hat, der kommt jetzt genau auf 21. Genau am 21.ten Tag nämlich ist die Metamorphose von der Made zur Biene (ähnlich wie bei einem Schmetterling) abgeschlossen, die fertige Biene nagt den Zellendeckel weg und schlüpft aus der Zelle heraus.
Eine neue Biene ist geboren.
Bienenentwicklung_10-21

Viele neue Aufgaben - die Lehre - da müssen alle durch!
Amme     Lagerist      Bauarbeiter   Türsteher   Sammler
schlüpfende Biene Nach dem sich eine frisch geschlüpfte Biene kurz in der (Bienen-) Welt umgesehen und festgestellt hat, dass diese Welt ab und zu gereinigt werden muss, beginnt sie auch schon damit.
Nachdem sie ihren ersten Hunger gestillt hat stellt sie sich sofort in den Dienst des Bienenvolkes und beginnt damit ihre eigene und auch andere Zellen, in denen sich Verunreinigungen befinden, zu putzen. Die ist jetzt und für die nächsten 3-5 Tage eine 'Putzbiene'.
Putzbienen
Ab ca. dem 3. bis ungefähr zum 12 Tag nach ihrem Schlupf verrichtet die junge Biene Ammendienste, d.h. sie pflegt und füttert den Nachwuchs, die Maden. Ab und zu hilft sie auch, wenn der Andrang grad so groß ist, bei der Nektereinlagerung.
Danach, im Alter von unfähr 12-18 Tagen aktiviert die Jungbiene ihre Wachsdrüsen am Hinterleib und besitzt damit die Fähigkeit kleine Wachsblättchen auszuschwitzen, die von ihr und den anderen vor allem zum Wabenbau verwendet werden (Baubiene).
Jetzt ist sie schon fast erwachsen und beginnt ihren Dienst als Torwächterin - oder besser als Türsteherin. Jede Biene die in den Stock will wird beschnuppert und nur wer gut riecht darf rein. Zu riechen gibt es den Geruchsstoff der eigenen Königin und nur wer den an sich hat, der gehört zum Volk.
Im Alter von ca. 21 Tagen (21! - gemerkt?) wird sie endlich zur Sammelbiene, fliegt aus und beteiligt sich am Nektar- und Pollenholen.

Das kurze Leben einer Honigbiene als Sammlerin!
Sammlerin an einer Apfelbl�te Eine Sammlerin hat schweres Leben! Sie fliegt bei guten Wetter ca. 10x am Tag aus, besucht pro Ausflug bis zu hundert Blüten und legt dabei eine Wegstrecke von durchschnittlich 3 km zurück.
Bei gutem Wetter und täglichen Ausflügen wären das 10x100=1000 Blüten pro Tag und 30 km Wegstrecke.
In ca. 4 Wochen addiert sich das zu ca. 28000 Blüten und ca. 900 km. Die Menge an Honig, die bei dieser Tortur von einer einzigen Biene produziert wird, beträgt gerade mal ca. 10 Gramm. Die gute Sammlerin hat damit aber auch ihr Limit erreicht - sie stirbt nach dieser Kraftanstrengung.

Und wer ist hier die Chefin?!
Von Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen; von Weibchen, Männchen und ???
K�nigin Es gibt nur eine Königin (Bild links) in einem Bienenvolk, das steht fest! - Normalerweise.
Und es gibt, aber nur im Sommer, viele Drohnen (Bienenmänner, Bild rechts) in einem Bienenvolk.
Was ist das schönste an den Drohnen? Sie haben keinen Stachel und können somit nicht stechen!
Biene und Drohn
Die Königin ist die Mutter aller Bienen und Drohnen. Nur sie kann Eier legen.
Und was sind dann die Arbeiterbienen, weiblich? Im Prinzip ja - aber sie sind unfruchtbar.

Und wer macht dann die Chefin?
Gut, von vorne.
Die Königin kann als einzige Bienen Eier legen. Und zwar kann sie zweierlei Eier legen - befruchtete, aus denen werden Bienen - und unbefruchtete, aus denen werden Drohnen.
Für die befruchteten Eier gilt, die Bienen selbst bestimmen mit der Art der Fütterung, der Futterzusammensetzung und der Gestaltung der Zellen (Groߥ, Form, Lage) ob aus einer ganz normalen Made eine ganz normale Biene oder eine Königin wird.

Da es in jedem Volk aber nur eine einzige Königin geben kann, passiert letzteres relativ selten. Dann zum Beispiel, wenn die regierende Königin zu alt ist und nicht mehr genug Eier legen kann - oder wenn sie etwas behindert und nicht mehr so beweglich ist. Oder, der häufigste Fall, wenn sich ein Volk vermehren möchte (aus eins mach zwei oder drei oder...)

Imker suchen relativ oft (zu oft?) nach der Königin und bei einem Volk von 30.000 bis 50.000 Bienen ist diese nicht immer leicht zu finden. 20 Waben jeweils auf beiden Seiten durchzuschauen, alle voll mit Bienen, da braucht es schon einen geübten Blick und manchmal trotzdem viel Zeit um die Queen zu entdecken.
Um sich die Suche leichter zu machen und um gleichzeitig feststellen zu können, wie alt die Königin ist, hat man schon 1928 auf der 'Kölner Wandersammlung' das 'Königinnen zeichnen' erfunden, zuerst mit nur vier Farben (weiß bis grün), später kam noch blau dazu. Die fünf Farben werden der jeweils letzten Ziffer der Jahreszahl zugeordnet, beginnend bei der 1 mit der Farbe Weiß und dann, immer dunkler werdend, über gelb, rot, grün zu blau (=5). In Jahren mir den Endziffern 6 bis 0 wiederholen sich die Farben, da eine K�nigin i.d.R. nicht älter als 5 Jahre wird.
Königinnenfarben:
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020

Der Schwarm! (nicht der vom Schätzing)
Ein Bienenvolk vermehrt sich.
Das Schwärmen ist die natürlichste Art der Vermehrung eines Bienenvolkes.
Ist das Volk groß und stark (oder die Bienenkiste zu klein) und ist die Jahreszeit passend (so um Pfingsten herum), dann bestimmen die Bienen(!), dass sich das Volk per Schwarmbildung teilen soll. Zu diesem Zweck bauen sie mehrere dafür geeignete Zellen auf die Waben, etwas größer und nicht waagrecht sonder senkrecht (Weiselzellen, denn die Königin heißt in der Fachsprache Weisel).
Hat die Königin in diese Zellen Eier gelegt, dann werden diese Maden mit einem besonderen Futtersaft gefüttern, dem 'Gelee Royal' und dadurch werden aus diesen Maden keine normalen Bienen, sondern Königinnen.
Bieneschwarm
Die Königinnenmaden brauchen nicht ganz so lange wie die Bienenmaden. Insgesamt ist eine Königin schon nach 16 Tagen fertig und frisst sich aus ihrer Zelle.
Bieneschwarm Und jetzt kommt's!
Nachdem nur eine Königin im Volk sein kann unterzieht sich die 'alte' Königin einer Schlankheitskur, damit sie wieder fliegen kann. Sobald nun die bestifteten Weiselzellen gedeckelt sind und das Wetter passt, zieht die 'alte' Königin ungefähr mit der Hälfte der Bienen aus dem Bienenstock aus. Dieser Schwarm fliegt meist einen in der Nähe stehenden Baum an und bildet dort eine Schwarmtraube.
Kundschafterinnen fliegen eine weiten Umkreis ab (mehrere Kilometer) und suchen eine neue Bleibe. Wurde diese gefunden, dann löst sich die Schwarmtraube auf und die Bienen samt Königin ziehen in ihr neues zuhause ein.

Und was passiert derweil im verbeibenden Volk?
Erstmal haben die jetzt keine Königin mehr.
Zum anderen gibt es aber nicht nur eine potentielle Nachfolgerin, sondern in den gedeckelten Weiselzellen warten viele auf ihre Chance.
Zwei Möglichkeiten kommen in Betracht, nachdem die schnellste Nachfolgerin geschlüpft ist. Entweder sie wandert im Bienenstock umher, sucht die noch vorhandenen Weiselzellen auf und bringt deren Insaßinen um. Oder sie (bzw. die Bienen) entschließen sich, ebenfalls den Bienenkasten zu verlassen, nimmt dazu nochmal ca. die Hälfte der Restbienen mit und bildet einen sogenannten Nachschwarm.
Wurde ein Nachschwarm gebildet, so steht dieselbe Entscheidung beim Schlupf der nächsten Nachfolgerin wieder an. Und so weiter. Ein Bienenvolk kann sich so auch 'abschwärmen', d.h. am Ende ist nur noch ein kleiner, kaum noch überlebensfähiger Rest von Bienen mit einer Jungkönigin übrig.
Bieneschwarm
Wenn's denn irgendwie geht, dann versucht ein Imker durch geeignete Maßnahmen im Vorfeld bereits das Schwärmen zu verhindern. Wenn er das nicht schafft, dann versucht er wenigstens einen entflohenen Schwarm wieder einzufangen und damit ein neues Bienenvolk zu gründen.

Die Drohnen (nicht die militärischen Aufklärer)
Von der Wichtigkeit und der Unwichtigkeit der Männer.
der Drohn Bienenarten Die männlichen Bienen, das hatten wir schon, sind die Drohnen. Dicker und plumper als die Bienen, kürzer aber breiter als die Königin und am Hinterteil vor allem nicht spitz sondern stumpf. Dort wo die Bienen ihren Stachel haben, da hat ein Drohn sein Geschlechtsteil.

Drohnen gibt's nur im Sommer, dann wenn sie gebraucht werden. Der Winter stellt für ein Bienenvolk eine der größten Gefahren dar, vor allem dadurch, dass das Futter knapp werden könnte. Deswegen gehört es einfach zur Rationalität des Bienenwesens, dass sich im Winter keine Futtervertilger im Volk befinden, die sonst nichts zum Erhalt des Volkes beizutragen haben.

Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern der Königin, die diese auch in etwas größere Zellen legt. Aber eigentlich ist es auch hier umgekehrt. Die Bienen bauen, weil sie Drohnen haben wollen, etwas größere Zellen und die Königin legt in diese pflichtgemäß Drohneneier.
Die dicken Drohnen brauchen etwas länger zu ihrer Entwicklung als die Bienen, nämlich 24 Tage (zur Erinnerung; Königin 16 Tage, Arbeitsbiene 21 Tage).

Drohnen haben als wichtigste Aufgabe lediglich diese eine, eine junge (jungfräuliche) Königinn zu begatten. Schaffen sie das, was nur den wenigsten tatsächlich auch gelingt, dann sterben sie daran. Schaffen sie das nicht, dann wird ihnen spätestens im Herbst der Zutritt zum Bienenkasten verwehrt bzw. sie werden unter Umständen mit Gewalt aus dem Stock gedrängt.

Das war das wichtigste in Kürze, was sich über diese wunderbaren Wesen sagen lässt. Vielleicht trägt es auch ein wenig dazu bei, diese Wesen etwas besser zu verstehen und anstelle von Angst eher die Bewunderung in den Vordergrund treten zu lassen.

Ein paar Zahlen sollen zum Ende des Kapitels die Beschreibung abrunden:

(Prof. Dr. Kaspar Bienefeld, Direktor des Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf)
  • Honigbienen produzieren in Deutschland durchschnittlich ca. 25000 t Honig im Jahr. Dies entspricht einem Verkaufswert von mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr.

  • In Deutschland findet man im Durchschnitt nur noch 1,0 Bienenvölker pro qkm in den neuen Bundesländern und ca. 2,5 in den alten Bundesländern. Für manche Regionen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt errechnet sich die geringsten Bienendichten Europas.

  • In Deutschland werden zur Zeit etwa 740000 Bienenv�lker von ca. 83000 Imkern gehalten. Durchschnittlich nahm die Anzahl Imker im Bundesgebiet in den letzten 10 Jahren jeweils um 1,5% pro Jahr, die der Bienenvölker um 2,8% pro Jahr ab.

  • Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bienenhaltung über die Bestäubungsleistung wurde in den USA auf 1.8 bis 8,9 Milliarden Dollar quantifiziert (ROBINSON et al. 1989; SOUTHWICK & SOUTHWICK 1992).

  • Dreher (1968) schätzt, dass wegen der Bestäubung der Honigbienen Gärtner und Landwirte in Deutschland einen Mehrertrag von 2,5 Milliarden Euro erwirtschaften.

  • Berücksichtigt man den wirtschaftlichen Nutzen für unsere Volkswirtschaft, so ist die Biene, nach Rind, Schwein und Huhn das viertwichtigste Nutztier in Deutschland.



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